Kurze Ablenkung
Spürbare Wirkung
Phubbing und Technoference beschreiben, wie digitale Geräte Alltagsmomente zwischen Eltern und Kind unterbrechen.
Was die Forschung zeigt und warum es nicht um Perfektion geht.
Fast zwei Drittel der Mütter berichten: Digitale Geräte unterbrechen regelmäßig das gemeinsame Spielen. Das ist häufiger als jeden anderen Alltagsmoment.
Im modifizierten Still-Face-Experiment reagierten Säuglinge (7–23 Monate) spürbar auf die kurze Unterbrechung durch das Smartphone der Mutter.
Die bislang größte Metaanalyse bestätigt einen konsistenten Zusammenhang zwischen elterlicher Technoference und problematischer Mediennutzung im Kindesalter.
Studie eines auf Jugendtherapie spezialisierten Anbieters (USA) mit neu entwickelter Messskala (DAIS). Eine unabhängige Replikation steht noch aus.
Die größte Multiverse-Analyse (3.659 Eltern) zeigt: Nicht die Bildschirmzeit an sich ist entscheidend, sondern ob das Handy die Interaktion mit dem Kind unterbricht. Bei wenig Technoference war mehr Handynutzung sogar mit besserer Erziehungsqualität verbunden.
„Eine intensive Mediennutzung von Eltern mit hohen Bildschirmzeiten, elterlicher Ablenkung und Phubbing/Technoference […] bringen Entwicklungsrisiken mit sich.“
Die deutsche Expertenkommission benennt Phubbing/Technoference ausdrücklich als Entwicklungsrisiko und fordert verlässliche Beratung für Familien direkt nach der Geburt.
Es geht nicht darum, das Handy nie in die Hand zu nehmen. Entscheidend ist die „hinreichend gute“ elterliche Präsenz, nicht die lückenlose.
Quellen: McDaniel & Coyne, Zero to Three (2016) · Myruski et al., Developmental Science (2018) · Zhang et al., JMIR (2025) · Roeske, Grant, Nosal et al., Frontiers in Psychology (2026) · Modecki et al., JCPP (2020) · Handlungsempfehlungen der Expertenkommission, Juni 2026 (HE 2) · IFP Bayern, „Baby oder Smartphone im Blick?“ (2024)
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
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Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 10
Wenn das Handy zwischen Eltern und Kind steht
Phubbing durch die eigenen Eltern ist für uns bei mindful.media definitiv ein Thema, gerade weil wir mit Kitas auch über frühe Bindungs- und Beziehungsmuster sprechen. Genau hier setzt das Phänomen an.
Im Alltag fällt mir dabei eine verwandte Situation immer wieder auf:
In Bus und Bahn oder im Restaurant geben Eltern ihrem Kind das eigene Smartphone, um es ruhigzustellen oder zu beschäftigen. Das ist nicht dasselbe wie das in der Studie beschriebene Phubbing, bei dem die Eltern selbst durch ihr Smartphone abgelenkt sind.
Es verweist aber auf eine ähnliche Frage:
Welche Rolle soll der Bildschirm in der gemeinsamen Zeit mit dem Kind einnehmen?
Genau deshalb finde ich die Unterscheidung aus der Forschung so hilfreich:
Nicht allein die Dauer der Bildschirmnutzung ist entscheidend, sondern auch, ob das Smartphone die Interaktion zwischen Eltern und Kind unterbricht oder verdrängt. Das nimmt dem Thema die reine Schuldzuweisung und macht es auch für Eltern ansprechbar, die selbst viel am Smartphone sind.
Hier sehe ich für mindful.media eine klare Aufgabe: die frühe Beratungslücke zu schließen, auf die auch die Expertenkommission hinweist und das möglichst bereits über Kitas, bevor sich ungünstige Muster verfestigen. Als realistische Faustregel würde ich Eltern deshalb kein pauschales „Handyverbot“ empfehlen, sondern klar abgegrenzte handyfreie Momente: beim Essen, beim gemeinsamen Spielen, beim Abholen aus der Kita oder Schule und beim Zubettgehen. In diesen Situationen bleibt das Smartphone konsequent außer Sichtweite. Der restliche Alltag muss dafür nicht perfekt sein. Denn es geht nicht darum, das Handy aus dem Familienleben zu verbannen. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen die Beziehung Vorrang hat.