Wenn Erwachsene
Kinder im Netz manipulieren
Cybergrooming ist weiter verbreitet als viele ahnen und der Wunsch nach Aufklärung in der Schule wächst.
Minderjährigen
Jedes vierte Kind in Deutschland hat Erfahrungen mit Cybergrooming gemacht.
16 % der unter 14-Jährigen berichten von konkreten Cybergrooming-Erfahrungen.
Der Wunsch nach Aufklärung zu Cybergrooming in der Schule wächst stetig.
erpresst (Sextortion).
Täter drohen damit, intime Inhalte, Chat-Verläufe oder Fotos zu veröffentlichen, wenn das Kind nicht kooperiert.
78 % aller Vorfälle geschehen in sozialen Medien und Messengern, 22 % in Online-Games.
Täter bauen gezielt Vertrauen auf: Komplimente, gemeinsame Hobbys und scheinbares Verständnis sind die häufigsten Einstiegstaktiken.
Gleichaltrige aus
65 % der Täter gaben sich als männlich aus,
47 % als junger Erwachsener unter 30.
Ein Drittel tarnte sich zunächst als Freund oder Altersgenosse.
den Täter,
danach noch Kontakt
Die Mehrheit reagiert richtig, doch fast jedes fünfte Opfer blieb in Kontakt.
Neugier (40 %) und das Gefühl von Wertschätzung (40 %) sind die häufigsten Gründe.
bei Cybergrooming
Eltern sind der wichtigste Schutzfaktor. Wer offen mit seinen Kindern über Online-Erlebnisse spricht, macht den entscheidenden Unterschied.
Anteil aller Minderjährigen (8–17 J.), die 2025 mindestens eine dieser Erfahrungen gemacht haben.
Quelle: LFM NRW – Kinder und Jugendliche als Opfer von Cybergrooming, 5. Befragungswelle Mai 2025
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
Der Code dieser Seite (HTML, CSS, JavaScript) wurde mit Claude (Anthropic) erstellt.
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 06
Wenn Vertrauen zur Falle wird
Bis zur Recherche für diese Seite bin ich selbst davon ausgegangen, dass Cybergrooming vor allem von älteren, meist männlichen Erwachsenen ausgeht, die sich online als jüngere Kinder ausgeben. Die Studie zeigt jedoch: Ein relevanter Teil der Verdächtigen ist selbst minderjährig. Was mich zusätzlich überrascht hat, ist die Art und Weise, wie Täter:innen vorgehen und welche Strategien sie anwenden. Sie nutzen Komplimente, vorgetäuschtes Verständnis, falsche Identitäten und den gezielten Aufbau von Vertrauen.
Woran können Eltern und Lehrkräfte etwas bemerken?
Cybergrooming ist für Erwachsene oft schwer zu erkennen, weil die Anbahnung zunächst wie ein völlig normaler Online-Kontakt aussehen kann. Ein neuer Kontakt, häufiges Chatten oder ein besonderes Interesse an einem Online-Spiel sind für sich genommen noch kein Warnsignal. Aufmerksamer sollten Eltern und Lehrkräfte werden, wenn sich das Verhalten eines Kindes deutlich verändert: wenn es sich plötzlich zurückzieht, ungewöhnlich verschlossen mit dem Smartphone umgeht, Online-Aktivitäten verheimlicht oder nach dem Chatten sichtbar belastet oder aufgewühlt wirkt. Auch ein neuer, besonders intensiver Kontakt, der außerhalb der bisherigen Freundschaften liegt, kann Anlass sein, genauer hinzuschauen. Konkreter wird es, wenn ein Kontakt wiederholt nach privaten Informationen fragt, wissen möchte, wann das Kind allein ist, persönliche oder intime Bilder verlangt oder versucht, die Kommunikation in einen privaten Bereich zu verlagern. Auch Geschenke, übermäßige Komplimente, ein stark beschleunigter Vertrauensaufbau oder die Aufforderung, den Kontakt geheim zu halten, können Teil einer Grooming-Strategie sein.
Dabei gilt: Keines dieser Anzeichen beweist Cybergrooming. Entscheidend ist die Kombination aus Verhaltensveränderung, konkreten Online-Erlebnissen und dem, was das Kind selbst berichtet. Gerade deshalb sollten Erwachsene nicht vorschnell kontrollieren oder Vorwürfe machen, sondern Gesprächsangebote schaffen und aufmerksam bleiben. Aufklärung über Vorträge und Gespräche bleibt für uns zunächst ein wichtiger Zugang.
Für Eltern bedeutet Prävention dabei nicht, Kindern Angst vor dem Internet zu machen. Gerade bei jüngeren Kindern geht es eher darum, über den Umgang mit unbekannten Personen im Netz zu sprechen, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und immer wieder Gesprächsangebote zu machen. Wichtig ist auch, Kindern früh zu vermitteln, dass sie zwischen guten und schlechten Geheimnissen unterscheiden dürfen. Und vor allem: Bei sexualisierter Gewalt trägt niemals das Kind die Schuld. Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die die Grenze überschreitet. Wenn ein Kind tatsächlich von einem aufdringlichen oder sexualisierten Kontakt berichtet, sollte die erste Reaktion nicht darin bestehen, das Kind zu bestrafen oder ihm das Smartphone wegzunehmen. Die Polizei empfiehlt, ruhig zu bleiben, das Kind ernst zu nehmen und den Kontakt beziehungsweise den Chatverlauf zu dokumentieren. Bei einem konkreten Verdacht sollte fachliche oder polizeiliche Unterstützung hinzugezogen werden.