Cybergrooming · Kapitel 06

Wenn Erwachsene
Kinder im Netz manipulieren

Cybergrooming ist weiter verbreitet als viele ahnen und der Wunsch nach Aufklärung in der Schule wächst.

24 %aller Minderjährigen betroffen
16 %unter 14-Jährige
69 %wünschen Aufklärung in Schule
Unbekannter auf Smartphone (KI; ChatGPT)
Cybergrooming
06
24 %aller
Minderjährigen

Jedes vierte Kind in Deutschland hat Erfahrungen mit Cybergrooming gemacht.

LFM NRW, Mai 2025mindful.media
Cybergrooming
06
16 %

16 % der unter 14-Jährigen berichten von konkreten Cybergrooming-Erfahrungen.

LFM NRW, Mai 2025mindful.media
Cybergrooming
06
Wunsch nach Aufklärung in der Schule
2021
2023
2025

Der Wunsch nach Aufklärung zu Cybergrooming in der Schule wächst stetig.

LFM NRW, Mai 2025mindful.media
Cybergrooming
06
26 %
der Betroffenen werden nach Cybergrooming
erpresst (Sextortion).

Täter drohen damit, intime Inhalte, Chat-Verläufe oder Fotos zu veröffentlichen, wenn das Kind nicht kooperiert.

LFM NRW, Mai 2025, S. 18mindful.media
Cybergrooming
06
Wo Täter ihre Opfer ansprechen
Snapchat
Instagram
WhatsApp
Social Media
Online-Games

78 % aller Vorfälle geschehen in sozialen Medien und Messengern, 22 % in Online-Games.

LFM NRW, Mai 2025, S. 24–25mindful.media
Cybergrooming
06
So beginnt Cybergrooming
Komplimente
Gleiche Interessen
Verständnis zeigen

Täter bauen gezielt Vertrauen auf: Komplimente, gemeinsame Hobbys und scheinbares Verständnis sind die häufigsten Einstiegstaktiken.

LFM NRW, Mai 2025, S. 23mindful.media
Cybergrooming
06
34 %
Der Täter gaben sich zunächst als
Gleichaltrige aus

65 % der Täter gaben sich als männlich aus,
47 % als junger Erwachsener unter 30.
Ein Drittel tarnte sich zunächst als Freund oder Altersgenosse.

LFM NRW, Mai 2025, S. 22mindful.media
Cybergrooming
06
70 %blockierten
den Täter,
aber 19 % hielten
danach noch Kontakt

Die Mehrheit reagiert richtig, doch fast jedes fünfte Opfer blieb in Kontakt.
Neugier (40 %) und das Gefühl von Wertschätzung (40 %) sind die häufigsten Gründe.

LFM NRW, Mai 2025, S. 27–28mindful.media
Cybergrooming
06
56 %
Nennen Eltern als erste Vertrauens­person
bei Cybergrooming

Eltern sind der wichtigste Schutzfaktor. Wer offen mit seinen Kindern über Online-Erlebnisse spricht, macht den entscheidenden Unterschied.

LFM NRW, Mai 2025, S. 35mindful.media
Cybergrooming
06
Formen der Kontaktanbahnung
Zu Treffen aufgefordert
Fotos/Videos versprochen
Nacktbilder erhalten
Ausziehen aufgefordert

Anteil aller Minderjährigen (8–17 J.), die 2025 mindestens eine dieser Erfahrungen gemacht haben.

LFM NRW, Mai 2025, S. 11–15mindful.media

Quelle: LFM NRW – Kinder und Jugendliche als Opfer von Cybergrooming, 5. Befragungswelle Mai 2025
Stand: August 2026

Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 06

Wenn Vertrauen zur Falle wird

Bis zur Recherche für diese Seite bin ich selbst davon ausgegangen, dass Cybergrooming vor allem von älteren, meist männlichen Erwachsenen ausgeht, die sich online als jüngere Kinder ausgeben. Die Studie zeigt jedoch: Ein relevanter Teil der Verdächtigen ist selbst minderjährig. Was mich zusätzlich überrascht hat, ist die Art und Weise, wie Täter:innen vorgehen und welche Strategien sie anwenden. Sie nutzen Komplimente, vorgetäuschtes Verständnis, falsche Identitäten und den gezielten Aufbau von Vertrauen.
Woran können Eltern und Lehrkräfte etwas bemerken?
Cybergrooming ist für Erwachsene oft schwer zu erkennen, weil die Anbahnung zunächst wie ein völlig normaler Online-Kontakt aussehen kann. Ein neuer Kontakt, häufiges Chatten oder ein besonderes Interesse an einem Online-Spiel sind für sich genommen noch kein Warnsignal. Aufmerksamer sollten Eltern und Lehrkräfte werden, wenn sich das Verhalten eines Kindes deutlich verändert: wenn es sich plötzlich zurückzieht, ungewöhnlich verschlossen mit dem Smartphone umgeht, Online-Aktivitäten verheimlicht oder nach dem Chatten sichtbar belastet oder aufgewühlt wirkt. Auch ein neuer, besonders intensiver Kontakt, der außerhalb der bisherigen Freundschaften liegt, kann Anlass sein, genauer hinzuschauen. Konkreter wird es, wenn ein Kontakt wiederholt nach privaten Informationen fragt, wissen möchte, wann das Kind allein ist, persönliche oder intime Bilder verlangt oder versucht, die Kommunikation in einen privaten Bereich zu verlagern. Auch Geschenke, übermäßige Komplimente, ein stark beschleunigter Vertrauensaufbau oder die Aufforderung, den Kontakt geheim zu halten, können Teil einer Grooming-Strategie sein.
Dabei gilt: Keines dieser Anzeichen beweist Cybergrooming. Entscheidend ist die Kombination aus Verhaltensveränderung, konkreten Online-Erlebnissen und dem, was das Kind selbst berichtet. Gerade deshalb sollten Erwachsene nicht vorschnell kontrollieren oder Vorwürfe machen, sondern Gesprächsangebote schaffen und aufmerksam bleiben. Aufklärung über Vorträge und Gespräche bleibt für uns zunächst ein wichtiger Zugang.
Für Eltern bedeutet Prävention dabei nicht, Kindern Angst vor dem Internet zu machen. Gerade bei jüngeren Kindern geht es eher darum, über den Umgang mit unbekannten Personen im Netz zu sprechen, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und immer wieder Gesprächsangebote zu machen. Wichtig ist auch, Kindern früh zu vermitteln, dass sie zwischen guten und schlechten Geheimnissen unterscheiden dürfen. Und vor allem: Bei sexualisierter Gewalt trägt niemals das Kind die Schuld. Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die die Grenze überschreitet. Wenn ein Kind tatsächlich von einem aufdringlichen oder sexualisierten Kontakt berichtet, sollte die erste Reaktion nicht darin bestehen, das Kind zu bestrafen oder ihm das Smartphone wegzunehmen. Die Polizei empfiehlt, ruhig zu bleiben, das Kind ernst zu nehmen und den Kontakt beziehungsweise den Chatverlauf zu dokumentieren. Bei einem konkreten Verdacht sollte fachliche oder polizeiliche Unterstützung hinzugezogen werden.

Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.

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klicksafe.deEU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte→ klicksafe.de
schau-hin.infoInitiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern→ schau-hin.info
handysektor.deMedienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern→ handysektor.de
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internet-abc.dePlattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien→ internet-abc.de
elternguide.onlineSchnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern→ elternguide.online
jugendschutz.netClearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz→ jugendschutz.net
juuuport.dePeer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a.→ juuuport.de
feelok.deGesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt→ feelok.de
fragfinn.deKinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung→ fragfinn.de
medien-kindersicher.deAnleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen→ medien-kindersicher.de
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→ dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite BeratungsstellensucheBundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos
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Internet-BeschwerdestelleGemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden→ internet-beschwerdestelle.de
jugendschutz.net – MeldestelleMeldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden→ jugendschutz.net/meldestelle
BKA – Meldestelle Hetze im InternetZentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz→ bka.de/meldestelle-hetze
REspect! im NetzAnlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg→ respectimnetz.de
eco – BeschwerdestelleVerband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhaltenbeschwerden@eco.de
Medienanstalt Hamburg/SHZuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein→ ma-hsh.de
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Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh)Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online→ vzhh.de
Datenschutz HamburgHamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung→ datenschutz.hamburg.de
Unabhängiges Datenschutzzentrum SHDatenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen→ datenschutzzentrum.de
BfDI – Bundesbeauftragter für DatenschutzBundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft→ bfdi.bund.de
Digitalcourage e. V.NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber→ digitalcourage.de

Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media

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