Wenn das Netz zum
Tatort wird
Cybermobbing trifft Millionen Schüler:innen. Mädchen trifft es besonders hart. Aktuelle Zahlen aus Prävention und Forschung.
Das sind über 2 Millionen Kinder und Jugendliche.
Mädchen sind doppelt so häufig von sexueller Belästigung betroffen wie Jungen.
14 und 17 Jahren betroffen
16 % der 14- bis 17-Jährigen berichten, selbst Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.
in absoluten Zahlen
Jede:r vierte Betroffene hatte bereits Suizidgedanken. Cyberlife V, n=4.213.
Jede:r vierte Betroffene ist komplett allein gestellt.
Anteil der Cybermobbing-Opfer ohne jegliche Unterstützung. SINUS/BARMER.
Plattformen, auf denen Cybermobbing stattfindet (Mehrfachnennungen möglich).
Anteil der 7–20-Jährigen, die mindestens einmal Opfer von Cybermobbing wurden. Cyberlife I–V (2017/22/24).
Täter:in bekannt
im schulischen Umfeld
indirekt betroffen
hat Berührungspunkte mit Cybermobbing
62 % der 14–17-Jährigen haben Berührungspunkte mit Cybermobbing. SINUS/BARMER.
Quellen:
Cyberlife I–V – Bündnis gegen Cybermobbing (2013–2024) ·
SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
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Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 05
Wenn Mobbing nicht mehr an der Schultür endet
Als Klassenlehrer habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder Mobbingfälle erlebt – zuletzt zunehmend mit einer digitalen Komponente.
Ein Beispiel: Heimlich aufgenommene Fotos eines Schülers wurden mit erfundenen Sprechblasen versehen und anschließend weiterverbreitet. Solche Fälle zeigen, wie schnell aus einem Konflikt digitale Gewalt werden kann.
Dabei deckt sich meine Erfahrung mit den Ergebnissen zahlreicher Studien: Die Täter:innen sind den Betroffenen häufig persönlich bekannt. Viele Konflikte versuchen Jugendliche zunächst untereinander zu klären. Manchmal gelingt das, manchmal eskaliert die Situation bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen. Wenn Schüler:innen sich an mich wenden, versuchen wir gemeinsam zu klären, was passiert ist und welche Schritte notwendig sind.
Cybermobbing kennt keine Schulschlusszeit
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Cybermobbing weder an einen bestimmten Ort noch an eine bestimmte Uhrzeit gebunden ist. Ein Konflikt aus der Schule kann sich über Messenger, Klassenchats oder soziale Netzwerke bis in das Zuhause eines Kindes fortsetzen. Für Eltern ist dabei oft schwer zu erkennen, was tatsächlich passiert. Kinder erzählen aus Scham, Angst oder der Sorge, dass ihnen das Smartphone weggenommen wird, nicht immer sofort von solchen Erfahrungen. Hinweise können körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Rückzug, Stimmungsschwankungen oder Schulunlust sein. Auch Veränderungen im Umgang mit dem Smartphone können auffallen: etwa, wenn ein Kind Chats sofort schließt, sobald jemand den Raum betritt, oder nach dem Blick aufs Handy sichtlich aufgewühlt wirkt. Solche Anzeichen sind kein Beweis für Cybermobbing. Sie können aber ein Anlass sein, genauer hinzuschauen und ruhig und ohne Vorwürfe nachzufragen.
Prävention statt Reaktion
KI-generierte Inhalte wie Deepfakes spielten in meinen bisherigen Fällen zum Glück noch keine Rolle. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass manipulierte oder vollständig künstlich erzeugte Bilder, Videos und Stimmen die digitale Gewalt vor neue Herausforderungen stellen werden. Umso wichtiger ist Prävention.
Kinder und Jugendliche brauchen nicht nur technisches Wissen, sondern Orientierung:
Was darf ich weiterleiten? Was mache ich, wenn ich einen problematischen Inhalt erhalte? Wann brauche ich Hilfe?
Was in meiner Erfahrung am ehesten wirkt, deckt sich mit den Erkenntnissen aus der Forschung:
regelmäßige Prävention, Aufklärung, Gespräche und praktische Übungen. Das gilt nicht nur für die Schule. Auch Eltern brauchen Orientierung und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Denn digitale Medien gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die Frage ist daher nicht mehr, ob sie damit in Berührung kommen, sondern wie wir sie dabei begleiten.