Teenagerin, die bedrückt auf ihr Smartphone blickt (KI; ChatGPT)
Cybermobbing · Kapitel 05

Wenn das Netz zum
Tatort wird

Cybermobbing trifft Millionen Schüler:innen. Mädchen trifft es besonders hart. Aktuelle Zahlen aus Prävention und Forschung.

18,5 %aller Schüler:innen betroffen
2 Mio.Betroffene in Deutschland
31 %der Mädchen belästigt
Cybermobbing
05
Sexuelle Online-Belästigung nach Geschlecht
Mädchen
Jungen
18,5 % aller Schüler:innen sind von Cybermobbing betroffen.
Das sind über 2 Millionen Kinder und Jugendliche.

Mädchen sind doppelt so häufig von sexueller Belästigung betroffen wie Jungen.

Cyberlife V · Bündnis gegen Cybermobbing 2024mindful.media
Cybermobbing
05
16 %
Jede 6. Jugendliche zwischen
14 und 17 Jahren betroffen

16 % der 14- bis 17-Jährigen berichten, selbst Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.

SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)mindful.media
Psychische Folgen
05
26 %
Über 500.000 Schüler:innen
in absoluten Zahlen
13 % der Betroffenen griffen aus Verzweiflung zu Alkohol, Tabletten oder Drogen.

Jede:r vierte Betroffene hatte bereits Suizidgedanken. Cyberlife V, n=4.213.

Cyberlife V · Bündnis gegen Cybermobbing 2024mindful.media
Keine Hilfe
05
Betroffene ohne jede Unterstützung
2023
2024/25
+10 Prozentpunkte in zwei Jahren.
Jede:r vierte Betroffene ist komplett allein gestellt.

Anteil der Cybermobbing-Opfer ohne jegliche Unterstützung. SINUS/BARMER.

SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)mindful.media
Wo passiert es?
05
Plattformen des Cybermobbing
WhatsApp
TikTok
Instagram
Beleidigungen sind mit 74 % die häufigste Form. Cybermobbing findet auf normalen Alltagsapps statt.

Plattformen, auf denen Cybermobbing stattfindet (Mehrfachnennungen möglich).

SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)mindful.media
Langzeittrend
05
Cybermobbing – Kontinuierlicher Anstieg
2017
2022
2024
Anteil betroffener Schüler:innen stieg in 7 Jahren um +46 %. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Anteil der 7–20-Jährigen, die mindestens einmal Opfer von Cybermobbing wurden. Cyberlife I–V (2017/22/24).

Cyberlife I–V · Bündnis gegen Cybermobbing 2013–2024mindful.media
Täterherkunft
05
67 % = 2 von 3
Täter:in bekannt
70 % aller Fälle
im schulischen Umfeld
Cybermobbing kommt nicht von Fremden, es kommt aus der eigenen Klasse. Das macht es besonders verletzend.
Cyberlife V · Bündnis gegen Cybermobbing 2024mindful.media
Reichweite
05
62 % direkt oder
indirekt betroffen
Mehr als jede:r Zweite
hat Berührungspunkte mit Cybermobbing
53 % kennen jemanden aus dem direkten Umfeld, der Ziel von Cybermobbing wurde – 2021 waren es noch 43 %.

62 % der 14–17-Jährigen haben Berührungspunkte mit Cybermobbing. SINUS/BARMER.

SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)mindful.media

Quellen: Cyberlife I–V – Bündnis gegen Cybermobbing (2013–2024) · SINUS-Jugendstudie 2024/25 (BARMER)
Stand: August 2026

Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 05

Wenn Mobbing nicht mehr an der Schultür endet

Als Klassenlehrer habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder Mobbingfälle erlebt – zuletzt zunehmend mit einer digitalen Komponente.
Ein Beispiel: Heimlich aufgenommene Fotos eines Schülers wurden mit erfundenen Sprechblasen versehen und anschließend weiterverbreitet. Solche Fälle zeigen, wie schnell aus einem Konflikt digitale Gewalt werden kann.
Dabei deckt sich meine Erfahrung mit den Ergebnissen zahlreicher Studien: Die Täter:innen sind den Betroffenen häufig persönlich bekannt. Viele Konflikte versuchen Jugendliche zunächst untereinander zu klären. Manchmal gelingt das, manchmal eskaliert die Situation bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen. Wenn Schüler:innen sich an mich wenden, versuchen wir gemeinsam zu klären, was passiert ist und welche Schritte notwendig sind.
Cybermobbing kennt keine Schulschlusszeit
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Cybermobbing weder an einen bestimmten Ort noch an eine bestimmte Uhrzeit gebunden ist. Ein Konflikt aus der Schule kann sich über Messenger, Klassenchats oder soziale Netzwerke bis in das Zuhause eines Kindes fortsetzen. Für Eltern ist dabei oft schwer zu erkennen, was tatsächlich passiert. Kinder erzählen aus Scham, Angst oder der Sorge, dass ihnen das Smartphone weggenommen wird, nicht immer sofort von solchen Erfahrungen. Hinweise können körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Rückzug, Stimmungsschwankungen oder Schulunlust sein. Auch Veränderungen im Umgang mit dem Smartphone können auffallen: etwa, wenn ein Kind Chats sofort schließt, sobald jemand den Raum betritt, oder nach dem Blick aufs Handy sichtlich aufgewühlt wirkt. Solche Anzeichen sind kein Beweis für Cybermobbing. Sie können aber ein Anlass sein, genauer hinzuschauen und ruhig und ohne Vorwürfe nachzufragen.
Prävention statt Reaktion
KI-generierte Inhalte wie Deepfakes spielten in meinen bisherigen Fällen zum Glück noch keine Rolle. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass manipulierte oder vollständig künstlich erzeugte Bilder, Videos und Stimmen die digitale Gewalt vor neue Herausforderungen stellen werden. Umso wichtiger ist Prävention.
Kinder und Jugendliche brauchen nicht nur technisches Wissen, sondern Orientierung:
Was darf ich weiterleiten? Was mache ich, wenn ich einen problematischen Inhalt erhalte? Wann brauche ich Hilfe?
Was in meiner Erfahrung am ehesten wirkt, deckt sich mit den Erkenntnissen aus der Forschung:
regelmäßige Prävention, Aufklärung, Gespräche und praktische Übungen. Das gilt nicht nur für die Schule. Auch Eltern brauchen Orientierung und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Denn digitale Medien gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die Frage ist daher nicht mehr, ob sie damit in Berührung kommen, sondern wie wir sie dabei begleiten.

Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.

mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.

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klicksafe.deEU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte→ klicksafe.de
schau-hin.infoInitiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern→ schau-hin.info
handysektor.deMedienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern→ handysektor.de
youngdata.deJugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren→ youngdata.de
internet-abc.dePlattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien→ internet-abc.de
elternguide.onlineSchnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern→ elternguide.online
jugendschutz.netClearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz→ jugendschutz.net
juuuport.dePeer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a.→ juuuport.de
feelok.deGesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt→ feelok.de
fragfinn.deKinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung→ fragfinn.de
medien-kindersicher.deAnleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen→ medien-kindersicher.de
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→ dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite BeratungsstellensucheBundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos
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BKA – BundeskriminalamtMeldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.)→ bka.de
Internet-BeschwerdestelleGemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden→ internet-beschwerdestelle.de
jugendschutz.net – MeldestelleMeldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden→ jugendschutz.net/meldestelle
BKA – Meldestelle Hetze im InternetZentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz→ bka.de/meldestelle-hetze
REspect! im NetzAnlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg→ respectimnetz.de
eco – BeschwerdestelleVerband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhaltenbeschwerden@eco.de
Medienanstalt Hamburg/SHZuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein→ ma-hsh.de
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Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen→ vzbv.de
Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh)Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online→ vzhh.de
Datenschutz HamburgHamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung→ datenschutz.hamburg.de
Unabhängiges Datenschutzzentrum SHDatenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen→ datenschutzzentrum.de
BfDI – Bundesbeauftragter für DatenschutzBundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft→ bfdi.bund.de
Digitalcourage e. V.NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber→ digitalcourage.de

Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media

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