Netzwerke, Apps und
der Wunsch nach mehr Kontrolle
Was Kinder und Jugendliche wirklich nutzen und was Eltern sich dabei wünschen würden.
92 % der 13- bis 15-Jährigen sind aktiv in sozialen Netzwerken. 55 % von ihnen mit einem nicht-anonymisierten Profil mit Namen oder Bildern.
WhatsApp, YouTube und TikTok dominieren bei den Lieblingsapps der 6- bis 13-Jährigen. Beim Versenden von Sprachnachrichten (12–19 J.) zeigt sich ein klarer Geschlechterunterschied.
63 % der Eltern wünschen sich, ihr Kind würde weniger Zeit am Bildschirm verbringen.
Suchmaschinen bleiben Platz 1. ChatGPT liegt direkt dahinter und das bei Mädchen (39 %) wie Jungen (40 %) nahezu identisch. Ein überraschend gleichmäßiger Befund.
WhatsApp ist mit großem Abstand Platz 1. Instagram wird von Mädchen häufiger genannt (38 % vs. 29 % Jungen). YouTube liegt bei Jungen vorn (24 % vs. 15 % Mädchen).
82 % der Jugendlichen schätzen Social Media als Wissensquelle, doch 71 % sind dort schon Fake News begegnet und 61 % fühlen sich durch KI-generierte Inhalte verunsichert. Deepfakes kennen bereits ein Drittel aus eigener Erfahrung.
Quellen:
Bitkom Elternstudie 2025 ·
KIM-Studie 2024 ·
JIM-Studie 2025 ·
JIMplus 2026
· Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
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Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 02
Verbote, Kontrolle und Regeln allein helfen nicht
51 % der Eltern kennen die Passwörter ihrer Kinder, 68 % folgen ihnen in sozialen Netzwerken. Auf den ersten Blick wirkt das nach Kontrolle und Nähe. In Gesprächen mit Eltern erlebe ich jedoch häufig, dass Beobachten oder Verbieten die erste Reaktion auf die eigene Unsicherheit und Frustration ist. Mit zunehmendem Alter wird beides schwieriger. Und reine Verbote lösen das Problem nicht automatisch.
Australiens gesetzliches Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige zeigt das exemplarisch:
Zwar wurden Millionen Konten gesperrt oder gelöscht, doch nutzten laut einer BMJ-Studie drei Monate später jedoch weiterhin mehr als 85 % der Betroffenen mindestens eine der gesperrten Plattformen etwa mit falschen Geburtsdaten, geliehenen Konten oder über VPNs.
Ein Verbot verändert vor allem den Zugangsweg, nicht automatisch das Verhalten.
Aus unserer Sicht bei mindful.media muss Verantwortung deshalb auf mehreren Ebenen übernommen werden: durch verbindliche Regeln für Plattformen, durch Medienbildung in Kitas, Schulen, Hochschulen und in der Lehrerausbildung – und zu Hause vor allem durch Vertrauen, Beziehung und Gespräch statt durch reine Kontrolle.
In der Schule erlebe ich regelmäßig, wie Schüler:innen sich mit Influencer:innen vergleichen oder bestimmte Challenges nachmachen wollen. Besonders bei Mädchen beobachte ich dabei einen starken Fokus auf das eigene Aussehen. Das ist ein Eindruck, der sich auch mit Befunden zum sozialen Vergleichsdruck deckt. Wer seinem Kind auf Social Media folgt und dessen Passwort kennt, begleitet es noch nicht automatisch.
Kontrolle kann Verhalten sichtbar machen. Vertrauen und Gespräch schaffen dagegen die Voraussetzung dafür, dass Kinder auch dann zu ihren Eltern kommen, wenn etwas schiefläuft.