Zwischen Balance
und Überlastung
JIMplus 2026 (14–17 J.): Jugendliche starten im Schnitt mit 12–13 Jahren auf Social-Media-Plattformen. 72 % fühlen sich durch Social Media von Alltagspflichten abgelenkt, 65 % kennen Vergleichsdruck.
beim ersten Social-Media-Konto
76% der Jugendlichen (14–17 J.) nutzen Social Media regelmäßig.
YouTube, Instagram und TikTok sind die meistgenutzten Plattformen.
72% stimmen zu: „Social Media lenkt mich von Dingen ab, die ich eigentlich tun sollte.“ Weitere 64 % finden es schwer, das Smartphone wieder wegzulegen.
65% stimmen zu: „Beim Nutzen von Social Media vergleicht man sich automatisch mit anderen.“ Der Vergleichsdruck ist bei Mädchen besonders stark ausgeprägt.
ohne Social Media aufwuchsen
Quelle: JIMplus 2026 – Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), Veröffentlichung 2026
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
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Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 03
Wenn Offenheit die Ambivalenz sichtbar macht
Die Studie beschreibt eine Ambivalenz zwischen „belastet fühlen“ und „verstanden fühlen“. Genau dieses Muster kenne ich aus meinem Schulalltag. Ich begleite Schüler:innen häufig ab der 7. Klasse und erlebe, dass diese Ambivalenz mit zunehmendem Alter spürbarer wird. Immer wieder sagen Jugendliche offen, dass ihnen eine App oder eine bestimmte Mediengewohnheit eigentlich nicht guttut und erklären im selben Atemzug, dass sie sie trotzdem vermissen würden oder gar nicht aufhören möchten. Besonders deutlich wird das in meinen Medien-Klassenratsstunden. Dort können wir ohne Druck und ohne Konsequenzen über digitale Medien sprechen. Ich erzähle den Schüler:innen dabei auch von meinen eigenen Erfahrungen: von meiner früheren Nutzung sozialer Medien oder davon, wie ich selbst einmal am liebsten den ganzen Tag vor einer Konsole gesessen hätte.
Wir sprechen darüber, was Medienkonsum mit uns macht und wo auch wir selbst an Grenzen kommen.
Diese Offenheit schafft Raum für Gespräche über Beziehung, Vertrauen und die Erfahrung, mit der eigenen Unsicherheit nicht allein zu sein.
Beschwerde und Festhalten passieren dabei gleichzeitig und nicht nacheinander.
Auffällig ist außerdem, dass Schüler:innen solche Themen meist untereinander klären und deutlich seltener mit einer Lehrkraft besprechen. Der Medien-Klassenrat ist deshalb ein wichtiger Ansatz, aber nur ein Teil der Lösung. Dass mit zunehmendem Alter das Vertrauen in Bezugspersonen abnimmt (laut Studie von 53 % auf 41 %), deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Was tatsächlich hilft, ist nach meiner Erfahrung und nach meiner Recherche selten ein Verbot oder das Wegnehmen des Smartphones. Nachhaltiger sind aus meiner Sicht zwei Dinge, die auch die Arbeit von mindful.media prägen:
Verbindliche Medienbildung, die Jugendliche ernst nimmt und ihnen Raum gibt, eigene Fragen und Erfahrungen einzubringen.
Und ein systemisch-therapeutischer Blick auf die Familie, der nicht die einzelne App zum Problem erklärt, sondern Autonomie, Selbstwert und Kommunikation stärkt.
Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, wie wir die Nutzung begrenzen können. Sie lautet auch: Was braucht ein junger Mensch, damit er selbstbestimmt mit digitalen Medien umgehen kann?