Teenagerin, die mitten im Raum sitzt. Eine Hälfte ist dunkler dargestellt. (KI; ChatGPT)
Digitales Wohlbefinden · Kapitel 03

Zwischen Balance
und Überlastung

JIMplus 2026 (14–17 J.): Jugendliche starten im Schnitt mit 12–13 Jahren auf Social-Media-Plattformen. 72 % fühlen sich durch Social Media von Alltagspflichten abgelenkt, 65 % kennen Vergleichsdruck.

12–13Einstiegsalter
76 %Regelm. aktiv
72 %Abgelenkt
65 %Vergleichsdruck
JIMplus 2026
03
Einstieg in Social Media
12–13 Jahre
beim ersten Social-Media-Konto
Trend: Das Einstiegsalter sinkt weiter. Viele Kinder nutzen Plattformen bereits in der 5. oder 6. Klasse und oft liegen sie sogar unter dem Mindestalter von 13 Jahren.
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JIMplus 2026
03
Regelmäßige Plattformnutzung
76 %

76% der Jugendlichen (14–17 J.) nutzen Social Media regelmäßig.
YouTube, Instagram und TikTok sind die meistgenutzten Plattformen.

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03
Überlastung & Kontrollverlust
72 %

72% stimmen zu: „Social Media lenkt mich von Dingen ab, die ich eigentlich tun sollte.“ Weitere 64 % finden es schwer, das Smartphone wieder wegzulegen.

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03
Vergleichsdruck & Körperbild
65 %

65% stimmen zu: „Beim Nutzen von Social Media vergleicht man sich automatisch mit anderen.“ Der Vergleichsdruck ist bei Mädchen besonders stark ausgeprägt.

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JIMplus 2026
03
Belastende Inhalte online
Fake News
Extreme Inhalte
Hate Speech
Mobbing
Anteil Jugendlicher (14–17 J.), die je mit diesen Inhalten auf Social Media in Kontakt kamen
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JIMplus 2026
03
Coping & Vertrauen nach Alter
14–15 Jahre
16–17 Jahre
Präventionsfenster: Mit steigendem Alter sinkt die Bereitschaft, bei Sorgen eine Vertrauensperson aufzusuchen (53 % → 41 %), gleichzeitig steigt die Ablenkung durch Social Media als Coping (39 % → 50 %).
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JIMplus 2026
03
Sehnsucht nach weniger Social Media
47 % beneiden Generationen, die
ohne Social Media aufwuchsen
Mädchen
Jungen
„Ich beneide Generationen, die ohne Social Media aufgewachsen sind.“ – JIMplus 2026, Aussage der Befragten
JIMplus 2026 · mpfs · Pressemitteilungmindful.media
JIMplus 2026
03
Das TikTok-Paradox
„TikTok erfüllt zunächst das Bedürfnis der Unterhaltung. Aber der Algorithmus fesselt und so kippt leichte Unterhaltung zu lähmendem Konsum.“ Yvonne Gerigk · Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
Nur 33 % der TikTok-Nutzenden sagen, die Plattform „tut mir gut“. Das ist der letzte Platz aller Plattformen. Dennoch würden Mädchen TikTok am meisten vermissen. 13 % nutzen es täglich über 3 Stunden – Spitzenwert.
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Quelle: JIMplus 2026 – Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), Veröffentlichung 2026
Stand: August 2026

Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 03

Wenn Offenheit die Ambivalenz sichtbar macht

Die Studie beschreibt eine Ambivalenz zwischen „belastet fühlen“ und „verstanden fühlen“. Genau dieses Muster kenne ich aus meinem Schulalltag. Ich begleite Schüler:innen häufig ab der 7. Klasse und erlebe, dass diese Ambivalenz mit zunehmendem Alter spürbarer wird. Immer wieder sagen Jugendliche offen, dass ihnen eine App oder eine bestimmte Mediengewohnheit eigentlich nicht guttut und erklären im selben Atemzug, dass sie sie trotzdem vermissen würden oder gar nicht aufhören möchten. Besonders deutlich wird das in meinen Medien-Klassenratsstunden. Dort können wir ohne Druck und ohne Konsequenzen über digitale Medien sprechen. Ich erzähle den Schüler:innen dabei auch von meinen eigenen Erfahrungen: von meiner früheren Nutzung sozialer Medien oder davon, wie ich selbst einmal am liebsten den ganzen Tag vor einer Konsole gesessen hätte.
Wir sprechen darüber, was Medienkonsum mit uns macht und wo auch wir selbst an Grenzen kommen.
Diese Offenheit schafft Raum für Gespräche über Beziehung, Vertrauen und die Erfahrung, mit der eigenen Unsicherheit nicht allein zu sein.
Beschwerde und Festhalten passieren dabei gleichzeitig und nicht nacheinander.
Auffällig ist außerdem, dass Schüler:innen solche Themen meist untereinander klären und deutlich seltener mit einer Lehrkraft besprechen. Der Medien-Klassenrat ist deshalb ein wichtiger Ansatz, aber nur ein Teil der Lösung. Dass mit zunehmendem Alter das Vertrauen in Bezugspersonen abnimmt (laut Studie von 53 % auf 41 %), deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Was tatsächlich hilft, ist nach meiner Erfahrung und nach meiner Recherche selten ein Verbot oder das Wegnehmen des Smartphones. Nachhaltiger sind aus meiner Sicht zwei Dinge, die auch die Arbeit von mindful.media prägen:
Verbindliche Medienbildung, die Jugendliche ernst nimmt und ihnen Raum gibt, eigene Fragen und Erfahrungen einzubringen.
Und ein systemisch-therapeutischer Blick auf die Familie, der nicht die einzelne App zum Problem erklärt, sondern Autonomie, Selbstwert und Kommunikation stärkt.
Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, wie wir die Nutzung begrenzen können. Sie lautet auch: Was braucht ein junger Mensch, damit er selbstbestimmt mit digitalen Medien umgehen kann?

Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.

mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.

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klicksafe.deEU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte→ klicksafe.de
schau-hin.infoInitiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern→ schau-hin.info
handysektor.deMedienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern→ handysektor.de
youngdata.deJugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren→ youngdata.de
internet-abc.dePlattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien→ internet-abc.de
elternguide.onlineSchnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern→ elternguide.online
jugendschutz.netClearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz→ jugendschutz.net
juuuport.dePeer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a.→ juuuport.de
feelok.deGesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt→ feelok.de
fragfinn.deKinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung→ fragfinn.de
medien-kindersicher.deAnleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen→ medien-kindersicher.de
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– Kinder & Jugendliche
116 111kostenlosMo–Sa 14–20 UhrFür Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen
Nummer gegen Kummer
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0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 UhrBeratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen
Telefonseelsorge0800 111 0 111kostenlos
0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr
Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde
mediensuchthilfe.info→ mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & SelbsthilfeInformationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht
Weisser Ring116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-TelefonSoforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt
HateAid→ hateaid.orgBeratung & rechtliche UnterstützungHilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes
DHS Suchtberatung
(Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen)
→ dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite BeratungsstellensucheBundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos
StelleZuständigkeitKontakt
BKA – BundeskriminalamtMeldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.)→ bka.de
Internet-BeschwerdestelleGemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden→ internet-beschwerdestelle.de
jugendschutz.net – MeldestelleMeldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden→ jugendschutz.net/meldestelle
BKA – Meldestelle Hetze im InternetZentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz→ bka.de/meldestelle-hetze
REspect! im NetzAnlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg→ respectimnetz.de
eco – BeschwerdestelleVerband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhaltenbeschwerden@eco.de
Medienanstalt Hamburg/SHZuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein→ ma-hsh.de
OrganisationSchwerpunktLink
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen→ vzbv.de
Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh)Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online→ vzhh.de
Datenschutz HamburgHamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung→ datenschutz.hamburg.de
Unabhängiges Datenschutzzentrum SHDatenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen→ datenschutzzentrum.de
BfDI – Bundesbeauftragter für DatenschutzBundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft→ bfdi.bund.de
Digitalcourage e. V.NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber→ digitalcourage.de

Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media

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