Bilder, die bleiben
und Grenzen, die verschwimmen
Pornografiekonsum und Sexting unter Jugendlichen nehmen oft ohne Bewusstsein für Risiken und Rechte zu.
Erstkontakt meist zwischen 12 und 14 Jahren
47 % der 11- bis 17-Jährigen haben Pornografie gesehen.
2023 waren es noch 35 %.
56 % derjenigen, die Pornografie kennen, sahen ihren ersten Porno vor dem 14. Geburtstag.
83 % der Jugendlichen, die Sexting-Nachrichten erhalten haben, bekamen diese ungefragt zugesendet. Das ist eine Form sexueller Belästigung.
Jugendliche, die sexuelle Nachrichten versenden, stiegen von 6 auf 10 Prozent.
Unter Jugendlichen, die selbst Sexting-Nachrichten verschickt haben, wurde der Inhalt bei 15 % bereits ohne Zustimmung weitergeleitet — 2024 waren es noch 20 %.
1,2 Millionen Kinder waren 2025 von KI-generierten Deepfake-Missbrauchsbildern betroffen.
Sextortion
Unter Jugendlichen, die sexten, wurde bereits jede*r Sechste mit den eigenen Inhalten erpresst.
Deepfake gesehen
weitere 26 % sind sich unsicher
Fast ein Viertel der Jugendlichen, die Pornos kennen, hat bereits einen sexuellen Deepfake gesehen.
nachahmen
Mehr als jede*r Dritte möchte das in Pornos Gezeigte im echten Leben ausprobieren.
Jungen deutlich häufiger (43 %) als Mädchen (27 %).
Alterskontrolle
Fast zwei Drittel derjenigen, die auf eine Altersverifikation stießen, versuchten aktiv, diese zu umgehen.
Neugier
Neugier ist mit Abstand der häufigste Grund, warum Jugendliche Pornos ansehen.
Quellen: LFM NRW – Erfahrung von Kindern und Jugendlichen mit Pornos und Sexting, Nov. 2025 ·
UNICEF/ECPAT/INTERPOL, 2025
Stand: August 2026
Wissen ist der erste Schritt.
Handeln ist der zweite.
mindful.media setzt genau dort an, wo die Kommission es empfiehlt:
mit niedrigschwelliger Begleitung für Familien und evidenzbasierter Prävention für Einrichtungen.
Hilfe finden
31 kuratierte Anlaufstellen in 4 Kategorien: von Beratungshotlines über Meldestellen bis zu Datenschutzbeauftragten.
Zusammengestellt von mindful.media.
Hier findest du eine Auswahl hilfreicher Anlaufstellen rund um Medien, Beratung, Schutz und Rechte. Sorgfältig zusammengestellt von mindful.media. Klappe einfach die gewünschte Kategorie auf.
| Portal | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| klicksafe.de | EU-Initiative für Medienkompetenz – Infos, Unterrichtsmaterialien, Kampagnen für Kinder, Eltern & Lehrkräfte | → klicksafe.de |
| schau-hin.info | Initiative von ARD, ZDF, Bundesregierung – Mediennutzung von Kindern und Tipps für Eltern | → schau-hin.info |
| handysektor.de | Medienanstalt NRW – Ratgeber rund um Smartphones und Apps für Jugendliche und Eltern | → handysektor.de |
| youngdata.de | Jugendportal zu Datenschutz und digitalen Rechten – für Jugendliche ab ca. 12 Jahren | → youngdata.de |
| internet-abc.de | Plattform für Erstnutzer:innen: kindgerechte Erklärungen, Elterntipps und Materialien | → internet-abc.de |
| elternguide.online | Schnelle, praxisnahe Informationen zu Apps, Spielen und Plattformen – speziell für Eltern | → elternguide.online |
| jugendschutz.net | Clearingstelle Jugendmedienschutz – prüft und beobachtet Inhalte im Netz | → jugendschutz.net |
| juuuport.de | Peer-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche – Online-Beratung bei Cybermobbing u. a. | → juuuport.de |
| feelok.de | Gesundheitsportal für Jugendliche – u. a. Themen Stress, Sucht, Medienwelt | → feelok.de |
| fragfinn.de | Kinderfreundliche Suchmaschine (6–12 J.) – nur geprüfte Seiten, keine Werbung | → fragfinn.de |
| medien-kindersicher.de | Anleitungen zur Einrichtung von Kindersicherungen auf allen gängigen Geräten und Plattformen | → medien-kindersicher.de |
| Angebot | Telefon / Kontakt | Zielgruppe & Zeiten |
|---|---|---|
| Nummer gegen Kummer – Kinder & Jugendliche | 116 111kostenlosMo–Sa 14–20 Uhr | Für Kinder und Jugendliche, die Rat und ein offenes Ohr suchen |
| Nummer gegen Kummer – Elterntelefon | 0800 111 0 550kostenlosMo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr | Beratung für Eltern bei Erziehungsfragen und Familienproblemen |
| Telefonseelsorge | 0800 111 0 111kostenlos 0800 111 0 22224/7 – rund um die Uhr | Anonyme Krisenberatung für alle Menschen, jeden Tag, zu jeder Stunde |
| mediensuchthilfe.info | → mediensuchthilfe.infoOnline-Beratung & Selbsthilfe | Informationen und Beratung bei problematischer Mediennutzung und digitaler Sucht |
| Weisser Ring | 116 006kostenlostäglich 7–22 Uhr – Opfer-Telefon | Soforthilfe für Kriminalitätsopfer – auch bei Online-Betrug und digitaler Gewalt |
| HateAid | → hateaid.orgBeratung & rechtliche Unterstützung | Hilfe bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und Deepfakes |
| DHS Suchtberatung (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) | → dhs.de/suchthilfe/suchtberatungBundesweite Beratungsstellensuche | Bundesweite Suchtberatung inkl. Medienabhängigkeit – anonym und kostenlos |
| Stelle | Zuständigkeit | Kontakt |
|---|---|---|
| BKA – Bundeskriminalamt | Meldung strafbarer Inhalte im Internet (Kindesmissbrauch, Terrorismus u. a.) | → bka.de |
| Internet-Beschwerdestelle | Gemeinsame Beschwerdestelle von eco & FSM – illegale und jugendschutzrelevante Inhalte melden | → internet-beschwerdestelle.de |
| jugendschutz.net – Meldestelle | Meldung von Inhalten, die Kinder und Jugendliche gefährden | → jugendschutz.net/meldestelle |
| BKA – Meldestelle Hetze im Internet | Zentrale Meldestelle für strafbare Hetze und Gewaltaufrufe im Netz | → bka.de/meldestelle-hetze |
| REspect! im Netz | Anlaufstelle gegen digitale Gewalt und Diskriminierung – Jugendstiftung Baden-Württemberg | → respectimnetz.de |
| eco – Beschwerdestelle | Verband der Internetwirtschaft – Beschwerden zu illegalen Online-Inhalten | beschwerden@eco.de |
| Medienanstalt Hamburg/SH | Zuständige Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein | → ma-hsh.de |
| Organisation | Schwerpunkt | Link |
|---|---|---|
| Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Bundesweite Verbraucherberatung inkl. digitale Dienste, Abzocke und AGB-Fragen | → vzbv.de |
| Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) | Lokale Beratung in Hamburg – persönlich, telefonisch und online | → vzhh.de |
| Datenschutz Hamburg | Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerden und Beratung | → datenschutz.hamburg.de |
| Unabhängiges Datenschutzzentrum SH | Datenschutzaufsicht für Schleswig-Holstein inkl. Schulen und öffentliche Stellen | → datenschutzzentrum.de |
| BfDI – Bundesbeauftragter für Datenschutz | Bundesbehörde für Datenschutz und Informationsfreiheit – Beschwerde und Auskunft | → bfdi.bund.de |
| Digitalcourage e. V. | NGO für digitale Grundrechte – Kampagnen, Beratung, Datenschutz-Ratgeber | → digitalcourage.de |
Stand: Juni 2026 · Zusammengestellt von mindful.media
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Wissen ist der erste Schritt.
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Einordnung & Erfahrungen · Kapitel 07
Sexting, Pornografie und die Frage nach Grenzen
Einen konkreten Fall hatte ich bereits: Ein Bild wurde ohne Zustimmung weitergeleitet. Das ist genau die Form von Grenzverletzung, von der die Studie bei 15 Prozent der sextenden Jugendlichen berichtet. Im Schulalltag fällt mir außerdem etwas auf, das sich mit einem weiteren Befund der Studie deckt:
Immer mehr Jugendliche scheinen pornografische Inhalte für realistisch zu halten und weniger als das zu erkennen, was sie sind: inszenierte Darstellungen.
Das zeigt sich beispielsweise in Bemerkungen und Vorstellungen, die eher aus einem Pornofilm als aus realen Erfahrungen von Nähe und Sexualität stammen.
Genau hier setzt auch das an, was ich Eltern rate, deren Kind früh mit Pornografie in Kontakt gekommen ist:
nicht mit Vorwürfen oder Scham reagieren, sondern ruhig und offen bleiben.
Scham entsteht nicht einfach von selbst, sondern wird auch durch die Reaktionen des Umfelds geprägt. Noch wichtiger als das Gespräch im akuten Moment ist deshalb eine Vertrauensbasis, die bereits vorher besteht. Nur wenn Kinder wissen, dass sie auch mit unangenehmen oder peinlichen Erfahrungen zu ihren Eltern kommen können, trauen sie sich eher, davon zu erzählen.
Inhaltlich geht es vor allem um Einordnung:
Pornografie zeigt Inszenierung, nicht reale Sexualität. Genau diese Unterscheidung scheint laut Studie für Jugendliche zunehmend schwieriger zu werden.
Materialien wie der klicksafe-Leitfaden „Voll Porno!“ (entwickelt mit pro familia) können Eltern dabei konkrete Gesprächseinstiege und praktische Hinweise geben, ohne das Thema unnötig zu dramatisieren.