Deine Akuttermin

Wenn schon etwas passiert ist.

Es gibt Situationen, da hilft kein Konzept für die nächsten Wochen. Da muss jemand mit dir sortieren, was jetzt zu tun ist.

Dafür gibt es den Akuttermin: ein einzelnes Gespräch, das kurzfristig stattfid, ohne dass du dich vorher auf ein größeres Paket festlegst.

Dafür ist er gedacht

  • Deine Tochter kommt weinend aus ihrem Zimmer. In der Klassengruppe kursiert ein Foto von ihr, das dort nicht hingehört.

  • Dein Sohn hat wochenlang mit jemandem geschrieben, der sich als Gleichaltriger ausgegeben hat. Jetzt kommen Forderungen nach Bildern und die Drohung, sonst passiere etwas.

  • Ein Nacktbild deines Kindes wurde weitergeleitet. Du willst Beweise sichern und weißt nicht, ob du dich damit selbst in Schwierigkeiten bringst.

  • Auf der Kreditkartenabrechnung stehen 480 Euro aus einem Spiel, von denen du nichts wusstest.

  • Dein Kind hat ein Video gesehen, das es nicht mehr loswird, und schläft seit drei Nächten schlecht.

  • Jemand hat den Account deines Kindes übernommen und schreibt in seinem Namen an dessen Kontakte.

  • Aus einem harmlosen Klassenfoto wurden mit einer App Nacktbilder erzeugt.

  • Oder es ist gar nichts im Netz passiert, sondern zu Hause etwas eskaliert. Du hast das Handy weggenommen, dein Kind hat die Tür zugeschlagen und redet seit zwei Tagen nicht mehr mit dir.

Wenn du dich in einer dieser Zeilen wiedererkennst, bist du hier richtig.

Was im Termin passiert

Wir nehmen uns 60 Minuten Zeit, online oder am Telefon.

Zuerst sortieren wir: Was ist tatsächlich passiert, was davon ist dringend und was kann warten? In akuten Momenten wirkt alles gleich dringlich. Deshalb wissen viele Eltern nicht, wo sie anfangen sollen.

Dann klären wir, was keinen Aufschub duldet: was gesichert werden muss und wie, wo du meldest, ob eine Anzeige sinnvoll ist und was sie für dein Kind bedeutet, und ob die Schule davon erfahren sollte.

Und wir schauen darauf, was dein Kind gerade braucht. Wenn das erste Mal mit Geräteentzug endet, erzählen viele Kinder beim nächsten Mal nichts mehr. Wie du reagierst, entscheidet mit darüber, ob du beim nächsten Vorfall überhaupt davon erfährst.

Am Ende hast du einen Plan für die nächsten Tage.
Konkrete Schritte in einer Reihenfolge.

Was du sofort tun kannst, noch bevor wir sprechen

Lösche nichts. Auch nicht das, was du am liebsten nie wieder sehen würdest.

Nimm keinen Kontakt zu der Person auf. Das warnt sie und kann Spuren vernichten, die für eine Ermittlung wichtig sind.

Sichere den Zusammenhang, wo du darfst. Bei Nachrichten, Drohungen und Forderungen hilft ein Bildschirmfoto, auf dem Datum, Uhrzeit, Profilname und wenn möglich die Adresse der Seite zu sehen sind.

Eine Ausnahme, die wichtig ist: Geht es um Nacktaufnahmen deines Kindes oder eines anderen Kindes, mach davon keine Kopie und leite sie nirgendwohin weiter, auch nicht an uns. Schon das Speichern kann strafbar sein, auch in guter Absicht. Lass die Aufnahme, wo sie ist, sichere das Gerät und zeig es der Polizei.

Wann du nicht auf uns warten sollst

Wir sind schnell, aber wir sind kein Notdienst.

  • Wenn dein Kind sich selbst verletzt oder Andeutungen macht, dass es nicht mehr leben möchte: ruf sofort den Notruf 112 oder den psychiatrischen Krisendienst in deiner Stadt.

  • Wenn eine Straftat läuft, etwa eine Erpressung mit Bildern: geh direkt zur Polizei, Notruf 110 oder jede Dienststelle. Uns kannst du danach immer noch anrufen.

Und wenn du jetzt gerade mit jemandem sprechen musst:

  • Elterntelefon, 0800 111 0 550. Montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 19 Uhr.

  • Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche, 116 111. Montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.

  • Telefonseelsorge, 0800 111 0 111 oder 116 123. Rund um die Uhr.

Alle drei sind kostenlos und auf Wunsch anonym.

Was danach kommt

Manchmal reicht ein Termin. Dann ist die Sache sortiert und du kommst allein weiter.

Manchmal zeigt sich im Gespräch, dass hinter dem Vorfall etwas Größeres steckt. Dann sagen wir dir das und du entscheidest, ob du weitermachen möchtest. Wenn du dich später für die Familienbegleitung entscheidest, rechnen wir den Akuttermin an.

Umfang und Kosten

Dauer: 60 Minuten
Format: online oder am Telefon
Termin: innerhalb von 48 Stunden
Kosten: 100 €, anrechenbar auf die Familienbegleitung

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